Meikes erstes Renfrew

On 23. Juni 2013 by Schnitterling

Hallo,

ich möchte euch meine erste Version des Sewaholic Renfrew Tops zeigen:

Renfrew Top

Ich habe mich für den Rundhalsausschnitt und die kurzen Ärmel entschieden, weil das die einfachste Variante ist und ich damit auch nicht so viele Streifen abgleichen musste.

Obwohl ich laut Maßtabelle Größe 14 habe, habe ich oben eine Größe 12 zugeschnitten und bin dann ab der Taille in Größe 14 übergegangen, damit es oben rum nicht zu locker sitzt. Das nächste Mal werde ich aber wohl doch komplett bei der 14 bleiben, weil die Schultern ein klein wenig zu schmal geraten sind und die Armausschnitte doch etwas weiter sein könnten. Trotzdem ist das T-Shirt total bequem und ich trage es total gerne.

Der Stoff ist ein schöner, fester Baumwoll-Jersey, den ich auf dem Holländischen Stoffmarkt gefunden habe. Die Streifen sind eingestrickt und nicht aufgedruckt. Das heißt, dass die Teile automatisch symmetrisch zum Fadenlauf zugeschnitten sind, wenn die Streifen an den Seitennähten aufeinander treffen. Andernfalls würde sich das T-Shirt leicht verziehen und die Nähte sich irgendwann um den Körper winden (wie man das von manchen gekauften T-Shirts kennt).

Renfrew 2

Das Zuschneiden war eine echte Qual! Damit die Streifen auch wirklich perfekt aufeinander treffen, habe ich die beiden Stofflagen an jedem einzelnen (ok, vielleicht auch nur jedem zweiten oder dritten) Streifen zusammengesteckt. Nachdem ich dann das entsprechende Schnittteil aufgesteckt hatte, habe ich zuerst nur die obere Stofflage ausgeschnitten und nochmal die Streifen kontrolliert. Dann habe ich die obere Stofflage als Schablone für die untere benutzt. Die ganze Prozedur hat Tasia auf ihrem Blog wunderbar mit Fotos erklärt.

Das Zusammennähen war das reinste Vergnügen! Mit den Abbildungen in der Anleitung war alles super verständlich und klar wie Kloßbrühe. Alle Markierungen haben tatsächlich aufeinander gepasst und hatten sogar einen Sinn. Sowas bin ich von den Burda-Schnitten, die ich bisher genäht habe, gar nicht gewohnt.

Ich war darauf gefasst, die Seitennähte mehrmals auftrennen zu müssen, bevor die Streifen perfekt sind, aber mit der Hilfe von vielen, vielen Stecknadeln und meinem Obertransportfuß (der dafür sorgt, dass beide Stofflagen zusammen transportiert werden und sich nicht gegeneinander verschieben) hat das auf Anhieb wunderbar funktioniert. Ich muss sagen, ich bin ziemlich stolz auf meine Streifen-Passungs-Künste ;)

Suchbild: Wo ist die Naht?

Suchbild: Wo ist die Naht?

Da ich keine Overlock-Maschine besitze, habe ich alle Nähte mit einem elastischen Geradstich genäht (manche Nähmaschinen haben auch einen speziellen Stretch-Stich, der ein bisschen aussieht wie in Blitz) und die Nahtzugaben dann mit einem einfachen Zickzackstich versäubert. Bei Strickstoff müsste man die Nahtzugaben nicht unbedingt versäubern, da er nicht ausfranst. Allerdings rollen sich die Kanten gerne ein, was durch das Versäubern verhindert wird.

Renfrew Top Naht

Elastischer Geradstich + Zickzackstich

Am Halsausschnitt und an den Ärmelbündchen habe ich die Nahtzugaben von außen mit einer schmalen Zwillingsnadel (2,5 mm) abgesteppt. Ich finde diese Nähte einfach wunderschön. Manche Leute halten mich wohl schon für komisch, weil ich immer auf meine Oberarme (sprich: diese wunderschöne Doppelnaht) starre, wenn ich dieses T-Shirt trage ;)

Doppelnaht am Halsausschnitt

Zwillingsnaht am Halsausschnitt

Ich habe schon ganz viele andere Varianten im Kopf, die ich gerne nähen möchte. Zum einen will ich gerne ein Kleid daraus machen, indem ich den Schnitt einfach verlängere. Den Stoff dafür habe ich schon. Und zum anderen möchte ich mir im Herbst auf jeden Fall einen kuscheligen Sweatshirt-Stoff besorgen und die Schalkragen-Version davon nähen. Der Schnitt kann als Basis für unzählige Variantionen dienen. Abgesehen von den 9 Möglichkeiten, die das Muster selbst mitbringt, kann man…

  • den Ausschnitt zu einem U-Boot-Ausschnitt abändern (wie hier).
  • die Ärmel weglassen und dadurch ein Tank-Top daraus machen (wie hier als Kleid).
  • den Saum verlängern, um es zum Kleid zu machen (wie hier).
  • in der Taille einen Rock ansetzten, um es zum Kleid zum machen (wie hier).
  • mit einer Knopfleiste zum Cardigan umwandeln (wie hier und hier).

Auf unserer Pinnwand habe ich einige schöne und inspirierende Versionen gesammelt.

Ich muss sagen ich liebe das Renfrew Top! Es ist ein bequemes Oberteil für jeden Tag, das ich tatsächlich regelmäßig trage (was bei meinen selbstgenähten Sachen nicht oft der Fall ist).  Durch die tolle Kontruktion und Anleitung ist er super schnell und einfach zu nähen. Sogar relativ unerfahrene Näher/innen, wie ich, können damit ein professionelles Ergebnis zaubern. Bis jetzt hat mir noch niemand auf Anhieb geglaubt, dass ich es selbst genäht habe.

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar Tips und Anregungen geben. Wenn ihr noch Fragen habt, scheut euch nicht einen Kommentar zu hinterlassen, oder mir eine Email zu schreiben. Ich werde mein Bestes geben euch zu helfen :)

Wenn ihr euch euer eigenes Lieblings-T-shirt nähen wollt, könnt das Renfrew Schnittmuster in unserem Shop bestellen. Wenn ihr dagegen lieber Kleider tragt, dann könnt ihr hier meinen Blogpost über das Cambie Dress lesen.

Eure Meike

 

PS: Mehr Nähprojekte von mir findet ihr hier.

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